Wann wird Jugendstrafrecht angewendet und welche Strafen drohen?

Fachanwältin für Strafrecht München Schwabing | Aglaia C. Muth | Aglaia Muth
vom 15.05.2020, Kategorie: Dienstleistung & Service, 33 mal gelesen , letzte Aktualisierung am 18.05.2020
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Als Fachanwältin für Strafrecht liegt einer meiner Schwerpunkte auf dem Jugendstrafrecht. In diesem Beitrag kläre ich über zwei häufige Fragen auf: Wann wird Jugendstrafrecht angewendet? Welche Sanktionen drohen im Jugendstrafrecht?

Viele Straftaten Jugendlicher werden aus Experimentierfreudigkeit und Neugier begangen. Folgerichtig betrifft ein hoher Anteil meiner Jugendstrafverfahren, Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz (BtmG).

Als Sonderstrafrecht für Jugendliche (14-18 Jahre) und Heranwachsende (18-21 Jahre), berücksichtigt das Jugendstrafrecht sowohl bei den Rechtsfolgen als auch dem Ablauf des Strafverfahrens, dass dabei Straftaten junger Menschen beurteilt werden. So handelt es sich bei Jugendkriminalität häufig um vorübergehende und relativ harmlose Entgleisungen junger Täter, die noch in der Entwicklung sind.

Wann gilt das Jugendstrafrecht?

Das Jugendstrafrecht wird immer ab einem Alter von 14 Jahren bis einschließlich 17 Jahren angewendet – maßgeblich ist das Alter zum Tatzeitpunkt.
 
Als Heranwachsender gilt ein Mensch ab 18 (einschließlich) bis 20 Jahren. Um zu entscheiden, ob Jugendstrafrecht oder Erwachsenenstrafrecht anzuwenden ist, versucht man, den Reifegrad des Beschuldigten zum Tatzeitpunkt zu beurteilen. Häufig wird jedoch für diese Altersgruppe noch das Jugendstrafrecht angewendet.
 
Für den Fall, dass mehrere Taten zu verhandeln sind, die vom Täter in verschiedenen Altersstufen begangen wurde, enthält das JGG eine Sonderregelung. Diese besagt, dass gleichzeitig zu verhandelnde Taten, entweder gesamt dem Jugendstrafrecht oder dem Erwachsenenstrafrecht nach geahndet werden. Unzulässig ist die unterschiedliche Ahndung einer der Taten nach Jugendstrafe und die andere mit Freiheitsstrafe: Jugend- und Freiheitsstrafe sind vom Gesetzgeber als nicht miteinander kompatibel bestimmt worden.

Welche Sanktionen drohen im Jugendstrafrecht?

Das Jugendstrafrecht kennt drei verschiedene Sanktionsarten:

Erziehungsmaßregeln - die mildeste Sanktionsform im Jugendstrafrecht
Diese sollen hauptsächlich erzieherisch wirken, ähnlich einem Denkzettel. Erziehungsmaßregeln sind zum Beispiel Arbeitsweisungen, Täter-Opfer-Ausgleich, Teilnahme an einer Drogentherapie, Teilnahme an einem Anti-Aggressivitäts-Training, etc.

Jugendarrest - zwischen den beiden anderen Rechtsfolgen angesiedelt
Der Jugendarrest unterteilt sich in drei Formen: den Freizeit-, Kurz- und Dauerarrest.

  • Der Freizeitarrest erstreckt sich auf die wöchentliche Freizeit des Jugendlichen (meist das Wochenende).
  • Der Kurzarrest wird verhängt, wenn Ausbildung oder Arbeit des Jugendlichen nicht beeinträchtigt werden und dies aus Erziehungsgründen zweckmäßig. Zwei Tage Kurzarrest entsprechen dabei einer Freizeit.
  • Der Dauerarrest ist nach vollen Tagen zu bemessen und dauert von mindestens einer Woche bis maximal vier Wochen.

Jugendstrafe – die härteste Sanktion des Jugendstrafrechts
Diese wird nur als letztes Mittel angewendet, etwa wenn die Allgemeinheit geschützt werden muss. Eine Jugendstrafe für Vergehen kann bei Jugendlichen zwischen 6 Monaten und 5 Jahren liegen. Bis zu 10 Jahre sind bei einem Verbrechen möglich.

Sowohl für Vergehen als auch für Verbrechen liegt die Obergrenze bei Heranwachsenden bei 10 Jahren. Die Dauer der Strafe hängt von der erzieherischen Notwendigkeit und der Täterpersönlichkeit ab.
Als Fachanwältin für Strafrecht achte ich besonders darauf, dass die Sanktion Hilfe und Unterstützung bietet. Schule und Ausbildung sollen nicht unter der Sanktion leiden!

Gerade im Jugendstrafverfahren kann sich die Kommunikation mit Richtern und Staatsanwälten positiv auf das Ergebnis auswirken. Dies hat sich in meine langjährigen Erfahrung schon oft gezeigt.

Einer milderen Verurteilung kann auch durch geeignete Maßnahmen im Vorfeld der Hauptverhandlung erreicht werden. Deshalb ist es sehr wichtig, dass Sie frühzeitig Kontakt zu mir aufnehmen! Wir können damit die Vielfalt einer konstruktiven Verteidigung besser nutzen.

Sprechen Sie mich umgehend an, falls Ihr Sohn / Ihre Tochter einer Straftat bezichtigt wird! In dringenden Fällen können Sie mich jederzeit unter den auf meinem Profil angegebenen Telefonnummer anrufen. Ausführliche Beratungsgespräche können wir in meiner Anwaltskanzlei in München-Schwabing durchführen.

Autor: Aglaia C. Muth - Fachanwältin für Strafrecht
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