Blower-Door-Test: Für Neubauer und Sanierer äußerst sinnvoll

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vom 07.02.2014, Kategorie: Immobilienmakler, 207 mal gelesen , letzte Aktualisierung am 13.07.2016
Warum der "Blower-Door-Test" für quasi alle Häuser hilfreiche Rückschlüsse bietet, erfahren Sie hier.

Früher war das Wort "Dämmung" beim Hausbau quasi noch unbekannt. Weder das Dach erhielt einen Wärmeschutz, noch die Außenwände des Gebäudes. Verständlich, da die Heizkosten (respektive der Ölpreis) traumhaft niedrig waren. Das Resultat aus heutiger Sicht: Einerseits astronomische Heizkosten, um wenigstens in ein paar Räumen Behaglichkeit zu erleben. Und andererseits Schimmelbildung, hauptsächlich durch so genannte Wärmebrücken, also kondensierendes Wasser, welches die Wände feucht macht.

Blower-Door-Test im Neubau

Heutzutage empfiehlt es sich deshalb eine Luftdichtigkeitsmessung durchzuführen. Der "Blower Door-Test" ist beim Neubau relativ einfach durchführbar und auch gar nicht teuer (ab zirka 300 Euro). Er misst, wie dicht ein Haus ist, das heißt, an welchen Stellen zu viel Luft durch Ritzen und Fugen entweicht. Beim Test wird im Haus mit Hilfe eines Spezial-"Ventilators" ein Über- bzw. Unterdruck erzeugt. So kann gemessen werden, wo die kalte Luft nach außen bzw. nach innen drängt bzw. mit welchen Nachbesserungen die Kosten für teure Heizenergie minimiert werden können. Zudem spürt der Test bereits im Rohbau handwerkliche Mängel auf. Dazu gehören undichte Übergänge von der Wand zum Dach oder vom Fenster zum Mauerwerk bzw. vom Dachfenster zu Dachdämmung/ Dachbalken. Vorsicht: Hier können auch kleine Klebelücken unangenehme Schäden an Wand, Mauerwerk bzw. Dackgebälk verursachen, die erst viel später entdeckt werden und nur mit großem Aufwand beseitigt werden können. Das heißt auch: Der Blower-Door-Test wird am besten in der Phase des Hausbaus durchgeführt, in der alle Bauteile und Komponenten, die wesentlichen Einfluss auf die Dichtigkeit haben, bereits eingebaut wurden. So sollten alle tragenden Wände verputzt sowie alle Fenster und Außentüren eingebaut sein.

Blower-Door-Test im Hausbauvertrag

In vielen Hausbauverträgen ist die Durchführung des Blower-Door-Tests bereits inbegriffen. Häuslesbauer sollten hier genau nachfragen, wer den Test wann vornimmt sowie schriftlich festhalten, was genau bei einem negativen Blower-Door-Test von Seiten der Baufirma garantiert wird (meist Nachbesserung und erneuter Test auf Kosten der Baufirma). Pflicht ist die Durchführung eines Blower-Door-Tests für Häuser, in denen eine Lüftungsanlage eingebaut werden soll. Für die meisten Experten ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis der Blower-Door-Test für alle Neubauten verpflichtend ist.

Blower-Door-Test beim Altbau

Doch auch für alte Häuser ist der Blower-Door-Test ebenfalls sinnvoll. Als neuer Eigentümer möchten Sie doch wissen, ob die vorhandene Dachdämmung ausreicht oder ob und vor allem wo hier im Rahmen der Dachsanierung nachgebessert werden muss. Wenn Sie bei einer Altbausanierung den Einbau einer Lüftungsanlage anstreben und diese über die KfW fördern wollen, ist der Blower-Door-Test ebenfalls bereits Pflicht.

Muss ein Haus nicht "atmen" können?

Es hält sich hartnäckig das Gerücht, eine Dämmung sei deshalb nicht notwendig, weil das Haus über die Wände "atmen" müsse. Das ist so falsch. Mit "atmenden" Wänden meint man die Fähigkeit einer Wand, Feuchtigkeit (von den darin lebenden Menschen , vom Kochen usw.) aufzunehmen und nach und nach wieder abzugeben. Diese Feuchtigkeit befindet sich in der obersten Schicht der Wand und hat mit Luftdichtigkeit nichts zu tun. Fugen, Spalten und Ritzen sind ebenso wenig dafür da, ein Gebäude zu belüften wie das Mauerwerk. Gebäude sollten vielmehr ausreichend über die Fenster oder eine Lüftungsanlage be- und entlüftet werden. Im Ergebnis: Fugen und Ritzen in der luftdichten Gebäudehülle sind Baumängel, die in vielen Fällen unweigerlich zu Bauschäden führen.

Blower-Door-Test im "älteren Neubau"

In den letzten Jahren sind noch viele Häuser gebaut worden, ohne dass der Blower-Door-Test angewendet wurde. Entweder war er an sich nicht bekannt oder er wurde als nicht notwendig erachtet. Kann dieser auch nachträglich und quasi im Alltag durchgeführt werden?
Die Antwort heißt: ja! Dazu nochmals zur Durchführung des Tests: Mit dem Spezial-"Ventilator" wird ein Luftzug geschaffen. Dieser ist vergleichbar mit einer Brise der Windstärke fünf. Das bedeutet: Es müssen nur diejenigen Gegenstände entfernt werden, die leicht wegwehen und dadurch kaputt gehen können. Ansonsten können Sie Ihr Haus wie gewohnt benutzen; Sie können sich sogar während der Messung darin aufhalten. Fazit: Der Blower-Door-Test bietet für fast alle Häuser zu fast jedem Zeitpunkt wertvolle Hinweise auf die Langlebigkeit Ihres Hauses und ist insbesondere für all diejenigen anzuraten, die bereits den Eindruck eines undichten Hauses haben.

Autor: Redaktion exklusivsuche.de
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