So vermeiden Sie die Falle kurzfristiger Anlagetrends

Roman Enders | Vermögensmanagement & Life Planning München | Roman Enders
vom 13.09.2019, Kategorie: Coaching & Berater, 34 mal gelesen , letzte Aktualisierung am 14.10.2019
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Nobelpreisträger Eugene Fama sagte einmal: „Es gibt vielleicht alle 10 oder 15 Jahre eine einzige tragfähige neue Idee in der Finanzbranche, die Auswirkungen auf die Anlagewelt hat, aber es gibt jede Woche eine neue Marketingidee.“ In diesem Blogbeitrag erfahren Sie, wie kontraproduktiv kurzfistige Trends für eine langfristige Anlagestrategie sein können.

Modeerscheinungen sind in der Investmentbranche nichts Neues. Häufig versuchen Anleger bei der Auswahl von ihren Portfoliostrategien, die neuesten und besten Anlagemöglichkeiten ausfindig zu machen. All die Jahre, ist es immer wieder das Ziel von findigen Marketingstrategen, Marktentwicklungen vorherzusagen und bestimmte geografische Regionen, technologische Veränderungen in der Wirtschaft oder die Beliebtheit verschiedener Rohstoffe zu nutzen. Anleger, die langfristig investiert sind, sollten sich jedoch der Tatsache bewusst sein, dass kurzfristige Trends kontraproduktiv für die langfristige Strategie sein könnten.

Der Nobelpreisträger Eugene Fama sagte einmal:

„Es gibt vielleicht alle 10 oder 15 Jahre eine einzige tragfähige neue Idee in der Finanzbranche, die Auswirkungen auf die Anlagewelt hat, aber es gibt jede Woche eine neue Marketingidee.“

Trends kommen und gehen

Ein Rückblick auf einige Modeerscheinungen der letzten Jahrzehnte kann veranschaulichen, wie häufig trendige Anlagethemen kommen und gehen. In den frühen 1990er Jahren richtete sich die Aufmerksamkeit auf die aufstrebenden „asiatischen Tiger“ in Hongkong, Singapur, Südkorea und Taiwan. Ein Jahrzehnt später wurde viel über das Aufkommen der BRIC-Länder Brasilien, Russland, Indien und China und ihren neuen Platz in den globalen Märkten geschrieben. In ähnlicher Weise sind Fonds, die auf angesagte Branchen oder Trends abzielen, in und auch wieder aus der Mode gekommen. In den 1950er Jahren waren die „Nifty Fifty“ in aller Munde.

In den 1960er Jahren weckten „Go-Go“-Aktien und -Fonds das Interesse der Anleger. Später, im 20. Jahrhundert, führte der wachsende Glaube an das Entstehen einer „neuen Wirtschaft“ zur Auflage von Fonds, die sich zum Ziel gesetzt hatten, die zunehmende Bedeutung der Informationstechnologie und der Telekommunikationsdienste zu nutzen.

Im Laufe der 2000er Jahre wurden 130/30-Fonds immer beliebter, die eine Hebelwirkung einsetzten, um Short-Positionen in bestimmten Aktien und Long-Positionen in anderen einzugehen. Infolge der Finanzkrise von 2008 gab es zahlreiche „Black-Swan“-Fonds, „Tail-Risk“-Absicherungsstrategien und „liquide Alternativen“. Während die Anleger in den folgenden Jahren, in einem Niedrigzinsumfeld, nach Rendite strebten, wurden andere Fonds aufgelegt, die angeblich höhere Renditen generieren sollten. Neue Strategien, wie z. B. unbeschränkte Anleihenfonds, vermehrten sich ebenfalls. In letzter Zeit sind Strategien, die auf Peer-to-Peer-Kredite, Kryptowährungen und sogar den Anbau von Cannabis und die private Erforschung des Weltraums ausgerichtet sind, in Mode gekommen. In diesem Umfeld haben auch sogenannte „FAANG-Aktien“ (Facebook, Apple, Amazon, Netflix & Google) und Themen wie Robotics und künstliche Intelligenz die Aufmerksamkeit der Anleger auf sich gezogen.

Der Fonds-Friedhof

Es überrascht allerdings nicht, dass im Laufe der Jahre, über die gesamte Investmentlandschaft hinweg, zahlreiche Fonds aufgelegt wurden, um anschließend geschlossen und von den Anlegern ganz schnell wieder vergessen zu werden. Während wirtschaftliche, demografische, technologische und ökologische Trends die Welt prägen, in der wir leben, aggregieren die öffentlichen Märkte eine große Menge von Einzelinformationen, die in die Marktpreise eingespeist werden. Jeder Einzelne, der versucht, den Markt vorherzusehen, indem er Aktien als Reaktion auf das, was aktuell Trend ist, kauft und verkauft, stellt sich gegen das außerordentliche kollektive Wissen von Millionen von Käufern und Verkäufern auf der ganzen Welt.

Im Nachhinein ist es einfach, auf das Vermögen hinzuweisen, das man hätte ansammeln können, wenn man für einen bestimmten Zeitraum auf die richtige Branche, Region oder einfach nur auf ein richtiges einzelnes Wertpapier gesetzt hätte. Obwohl diese Anekdoten unterhaltsam sein können, gibt es eine Fülle an überzeugenden Beweisen, die die Sinnlosigkeit des Versuchs zeigen, Fehlbewertungen im Vorfeld zu erkennen und davon zu profitieren.

Es ist wichtig zu wissen, dass sich viele Modeerscheinungen und auch die meisten Investmentfonds nicht bewähren. Ein großer Teil der Fonds schafft es langfristig nicht, zu überleben oder ihre Benchmark zu übertreffen.

Von den 1.622 Anleihenfonds, die den Anlegern auf dem weltgrößten Markt, dem US Markt, zu Beginn des Jahres 2004 zur Verfügung standen, waren Ende 2018 nur noch 55% vorhanden. Gleichermaßen haben nur 51% der 2.786 Aktienfonds, die Anfang 2004 verfügbar waren, überlebt.

Was bekomme ich wirklich?

Bei der Entscheidung, ob einem Portfolio zusätzliche Arten von Vermögenswerten oder Strategien hinzugefügt werden sollen, kann es hilfreich sein, die folgenden Fragen zu stellen:

  • Was bietet diese Strategie, das nicht schon in meinem Portfolio enthalten ist?
  • Wenn es nicht in meinem Portfolio enthalten ist, kann ich vernünftigerweise davon ausgehen, dass die Einbeziehung oder Fokussierung darauf, die erwarteten Renditen erhöht, die erwartete Volatilität verringert oder mir dabei hilft, mein Anlageziel zu erreichen?
  • Bin ich mit der Bandbreite der möglichen Ergebnisse zufrieden?

Wenn Anleger, nach der Beantwortung dieser Fragen, noch Zweifel haben, kann es ratsam sein, Vorsicht walten zu lassen, bevor sie fortfahren. In Bezug auf Aktien bietet ein Marktportfolio den Vorteil, auf Tausende von Unternehmen ausgerichtet zu sein, die weltweit tätig sind, und breit über Branchen, Sektoren und Ländern diversifiziert sind. Zwar kann es gute Gründe geben, von einem Marktportfolio abzuweichen, Anleger sollten jedoch die potenziellen Vorteile und Risiken kennen.

Darüber hinaus gibt es keinen Mangel an Möglichkeiten, die Anleger wahrnehmen können, um zu einer besseren Anlageerfahrung beizutragen. Die Verfolgung eines global diversifizierten Ansatzes, die Verwaltung von Kosten, Rendite und Steuern, und ein disziplinierter Umgang mit der Marktvolatilität, können die Chancen der Anleger verbessern, ihre langfristigen finanziellen Ziele zu erreichen.

Fazit

Modische Investmentansätze kommen und gehen. Anleger sollten jedoch bedenken, dass ein langfristiger, disziplinierter Investmentansatz, auf Grundlage solider finanzwissenschaftlicher Ergebnisse und Implementierung, der verlässlichste Weg zum Erfolg an den globalen Kapitalmärkten ist.

Autor: Roman Enders, Freymund & Cie. Vermögensmanagement
Roman Enders | Vermögensmanagement & Life Planning München
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