Alte Überzeugungen oder das Märchen vom Alphawolf

Ben Lohmer | Hundebetreuung München Solln und Umgebung | Wag the Dog | Ben Lohmer
vom 01.12.2019, Kategorie: Coaching, 27 mal gelesen , letzte Aktualisierung am 01.12.2019
Die Mär vom Leitwolf, die sich leider hartnäckig bis in die heutige Zeit hält, entstand Anfang der 70er Jahre durch den amerikanischen Kynologen David Mech und beruht auf einem Missverständnis

Alte Überzeugungen oder das Märchen vom Alphawolf
Die Mär vom Leitwolf, die sich leider hartnäckig bis in die heutige Zeit hält, entstand Anfang der 70er Jahre durch den amerikanischen Kynologen David Mech und beruht auf einem Missverständnis.
Mech wollte das Sozialverhalten von Wölfen studieren und beobachtete dafür in Gefangenschaft lebende Wölfe (in Ermangelung freilebender).
Dort kam es bei den Fütterungen zu erbitterten Kämpfen um die besten Stücke, die meistens die stärksten Tiere gewannen. Diese nannte er Alphawolf, die zweitstärksten Beta und den Schwächsten Omega.
Auf Grund dieser Beobachtungen schrieb er ein Buch, das fatalerweise ein Bestseller wurde und sich hartnäckig bis zum heutigen Tag in den Köpfen der Menschen hält und viele zu der Überzeugung bringt, der Mensch müsse „der absolute Rudelführer“ sein.
Warum fatalerweise? Weil David Mech seine damals gemachten Beobachtungen selbst Jahre später als falsch bezeichnete und durch das Studieren frei lebender Wölfe widerlegte.
Wie ist dies zu erklären:
Ein wildlebendes Wolfsrudel besteht aus den Elterntieren und den Jungen. Diese werden liebevoll großgezogen. Mit ca. 2 Jahren kommen die Jungwölfe in die Pubertät, verlassen dann nach einiger Zeit ihre Eltern um mit einem Partner wiederum ein Rudel, oder eine Familie, zu gründen. Kurz bevor der Nachwuchs abwandert, bekommen die Eltern meist erneut Welpen. Und die weiblichen älteren Geschwister werden nach der ersten Läufigkeit scheinträchtig, um als Ammen oder Babysitter die neuen Welpen mitversorgen zu können. (das erklärt auch die Scheinträchtigkeit bei Hündinnen).
Weit und breit kein Alphawolf, keine Rangkämpfe, kein „Wer ist hier der Boss“.
Wie kam es dann zu den ursprünglichen Beobachtungen in der ersten Studie?
Ganz einfach: man nehme sich völlig Fremde, pferche sie auf kleinstem Raume ein und werfe hin und wieder Essen ins Gehege. Das Ergebnis wäre bei Mensch, Hund oder Wolf das Gleiche…
Wölfe und auch Hunde sind hochsoziale Lebewesen, die keine Hierarchien bilden- weder untereinander noch mit dem Menschen.
Obwohl die ursprüngliche These vom Leitwolf sowohl von David Mech selbst, als auch von modernen Kynologen widerlegt wurde, hält sie sich hartnäckig in den Köpfen und unzählige Hunde leiden bis heute unter dieser falschen Dominanztheorie.

Zahlreiche Feldstudien haben das Sozialverhalten von Wölfen in freier Wildbahn mittlerweile bestätigt.

Und unsere Hunde, die sich ja aus freien Stücken dem Menschen angeschlossen haben?
Sie haben einen Teil ihrer autarken Lebensweise aufgegeben, sich unserer angepasst, sind nun von uns abhängig – und lieben uns bedingungslos.
Ganz ohne Alphawolf, Rudelführer oder Zwang. Vergessen Sie Menschengemachtes Hierarchie-Denken, genießen Sie einfach die Zeit mit Ihrem Vierbeiner.

Ben Lohmer | Hundebetreuung München Solln und Umgebung | Wag the Dog
Ben Lohmer Dogcoach
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